Monchichi-World
Informationen rund um die kleinen Monchhichis.
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Sonntag, 26 März 2017
 
 
Geschichte

Wer kennt sie nicht? Die niedlichen braunen Zwillings-Äffchen, die mit treuherzigem Blick und aufmunternder Daumen-Hoch-Geste (okay, manchmal auch daumenlutschend) seit den Siebziger Jahren die Kinderzimmer und –herzen in aller Welt erobern? Wohl jeder von uns ist mit ihnen aufgewachsen und bei so manchem sitzt der einzige Kindheitsgefährte noch immer im Regal oder auf der Sofalehne – irgendwie kann man sich nicht wirklich von ihnen trennen. Warum sollte man auch – Monchhichis liegen auch heute noch voll im Trend.Monchhichi Mädchen mit Shirt pink gepunktet und Latzhose 20 cm 1075

30 Jahre nach ihrem ersten Erscheinen, das eine wahre Monchhichi-Manie auslöste, sind sie beliebte und begehrte Sammelobjekte. Die einen schätzen sie als Spielgefährten ihrer Kindheit, Ikone der Siebzieger und Achtziger Jahre und es freut sie nichts mehr, als einem abgeliebten „Monchi“ vom Flohmarkt ein neues Zuhause in ihrer Sammlung zu geben. Die anderen jagen lieber hinter den neueren, oft exklusiven und limitierten Editionen her.

Nur wenigen ist dabei wirklich bewusst, dass die Monchhichis wie Manga und Anime ursprünglich aus Japan stammen (auch wenn die Charakterdesigns von Mitsuru Adachi durchaus manchmal an die putzigen Äffchen erinnern…).

Sie wurden 1974 von Koichi Sekiguchi ins Leben gerufen, Kopf der Spielwarenfirma Sekiguchi  Co. LTD., einer der größten Spielwarenhersteller in Japan. Sein Bruder Yoshihiro ist einer der bekanntesten Sammler von Spielzeug und Stofftieren des Landes und Gründer des Teddybärenmuseums in lzu – die Liebe dazu liegt quasi in der Familie und ist auch in die Schöpfung der Monchhichi mit eingeflossen. Koichi Sekiguchi wollte mit den niedlichen Figuren den Kindern die „Schönheit der Liebe“ vermitteln. Inspiriert  wurden die Äffchen übrings von einem Püppchen, das Sekiguchi auf einer Messe in Deutschland sah. Kopf , Hände und Füße sollten aus Plastik sein, wie Tierkinder. So kam schließlich das Zwillingspärchen auf den Markt – ein Junge und ein Mädchen, welche sich nur durch einen kecken Zopf unterschieden; 20 cm groß, mit blauen Augen. Der offizielle Geburtstag ist der 26. Januar 1974.

Schnell eroberten die Geschwister nicht nur den japanischen sondern ab 1975 auch den europäischen Markt. Bei uns herrschte  dabei selbst in den späten auf den Markt gebrachten, offiziellen Hörspielen Uneinigkeit darüber, wie man den Namen aussprechen sollte.  Montschitschi? Monschischi? Monkischi? Der elegante Weltmann sprach es französisch aus, Moh-schischi, wie „Mon Cheri“?

Die Franzosen hingegen machten es sich einfach und nannten die beiden „Kicki“ die Engländer verpassten ihn ein freches „Chica-boo“. Dies waren die einzigen beiden Länder, bei denen man den Namen änderte. (Eigentlich müsste man es wohl  Mon-tschi-dschi aussprechen, da das „chh“-Lauts hinweist.)

Natürlich konnten die beiden nicht ewig nackt herumlaufen. 1976 öffnete die Monchhichi Boutique ihre Pforten, unter deren Label unzählige Kleider und Zubehör angeboten wurden, von der Hängematte über Bettzeug bis zum Schaukelstuhl und Flugzeug. Einiges davon ist heute schwer zu finden und bei Sammlern sehr begehrt. Inzwischen konnte man die Monchhichis auch bekleidet kaufen. Es gab sogar Sondereditionen, so bot z.B. die skandinavische Fährgesellschaft „Szena Monchhichi Großes Spielhaus 1072Line“ Monchhichis in den Uniformen ihrer Angestellten an.

1977 bekamen die Zwillinge, die mittlerweile eigentlich drei waren (da es das Mädchen auch alternativ mit einem vor Freude weinenden Gesicht gab), jüngere Geschwister, die etwa 12,5 cm groß, unter dem Namen My Chhichi (in Deutschland nur Chhich) auf dem Markt kamen. Dann gesellten sich noch zahlreiche Freunde, unter anderem ein Kater, ein Hase namens Hoppel, ein Bär namens Toby und ein Lämmchen dazu, die natürlich auch kleine Geschwister in Chhich-Größe hatten. 1997 schlossen die Monchhichis ihre wohl ungewöhnlichste Freundschaft mit den Pastellfarbenen Monstern Kicky und Wucky. Die beiden Großeltern sollte man nicht vergessen, die Oma im Rüschkleid mit Brille und Duft, der Opa mit Latzhose und dickem Schnäuzer.

1985 wechselte die Augenfarbe, seitdem haben die Monchhichis braune Augen, auch das Fell besteht aus einem etwas anderen Material. Ältere, so genannte „Vintage - Monchis“ sind also für Sammler gut an ihren blauen Augen zu erkennen.


Deutschland war besonders in den späten Siebziger und frühen Achtziger Jahren im Monchhichi Fieber. Es gab Unmengen an Merchandise-Artikeln, neben den Monchhichis in den verschiedenen Größen (mit der Zeit kamen noch weitere hinzu). Auch Bilderbücher und Hörspiele, die sehr unterschiedliche Geschichten erzählen, und den Monchhichis sehr verschiedene Hintergründe gaben. In einem, an das ich mich noch erinnern kann, waren Bruder und Schwester ganz normale Monchhichis in der Menschenwelt, wie man sie auch kaufen konnte. Nur waren diese eben lebendig und quartierten sich bei einer menschlichen Familie ein, was so manche Verwicklungen auslöste. Die Kinder hätten sich Monchhichis gewünscht und bekamen keine, dass konnten damals sicher viele nachvollziehen. Vater und Großvater hingegen freundeten sich heimlich mit den putzigen Wesen an und liebäugelten sogar mit dem Monchhichi Mädchen als „dritten Mann“ zum Skatspielen. In einem anderen Hörspiel lebten die beiden ganz allein in einer Welt ohne Menschen oder waren vielleicht ebenso „Menschen in anderer Gestalt“, wie die Bewohner von Entenhausen.

Auch in der damaligen DDR waren die Äffchen heiß beliebt, obwohl und vielleicht auch gerade, weil sie so schwer zu beschaffen waren. In Frankreich gab es KIKI-Comics. Und natürlich waren unzählige, mehr oder weniger billige Kopien auf dem Markt. Wo man hinschaute sah man daumenlutschende Affen!!!

1980 machte die Serie FUTAGO NO MONCHHICHI (Monchhichi Zwillinge) „Monchhichi-kun“ und “Monchhichi-chan“ zu animierten Helden. Regie bei den 130 6-Minuten-Episoden führte TETSURO AMINO (D´ARTAGNAN UND DIE DREI MUSKETIERE, PRIVAT PSACHO LESSON, STARSHIP TROOPERS, CITY HUNTERS, HEROIC LEGEND OF ARSLAN). Etwas später zogen die Amerikaner mit Ihrer eigenen Serie „THE MONCHHICHIS“ nach, die jedoch weitaus weniger erfolgreich war. Beide präsentierten die MONCHHICHIS in Ihrer eigenen Welt. Während die japanische Serie die beiden Geschwister als zwei liebenswerte Waldbewohner zeigte, die märchenhafte Abenteuer erlebten, siedelte die Amerikanische Serie sie in einer an die Ewoks erinnernden Baumhaus-Siedlung in einer Welt über den Wolken namens Monchia an. Dort wurde ihr friedliches Dasein von dem wachsamen Auge des Weisen Wizzar, von den böse lila Gumplins aus Grumplor, bedroht. Diese Namen muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!Monchhichi Junge mit Schnurrbart-Shirt 20 cm 1077

Heute findet man allein bei EBAY.DE bei einer Stichprobe 140 Auktionen zu Monchhichi (über 500 wenn man die gängigsten Schreibfehler „Monchichi“ auch noch eingibt), auf EBAY.COM sieht es ganz ähnlich aus. Eigene Online-Stores widmen sich ganz den alten und neuen Äffchen. Originalverpackte Monchis und Freunde der ersten Generation können zum Teil schon über 100 € bringen. In jedem Spielzeugladen findet sich auch eine Ecke, aus der Kultäffchen einem in vielen Variationen zuwinken. In Japan ist das Angebot natürlich unendlich größer. Berühmte Designer und Popstars wie die Gothic – Lolita Queen Kana entwerfen limitierte Monchhichis, andere Erscheinen zu besonderen Gelegenheiten. So gab es 2001 ein limitiertes Monchhichi im Major-League-Baseballdress, anlässlich der ersten Aufnahme eines japanischen Baseballspielers, Ichiro Suzuki, in die Amerikanische Major League.

Sehr begehrt sind auch die verschiedenen limitierten Reproduktionen der früheren Monchhichis, die z.B. als Geschenk-Set oder Messespecial erschienen sind.

Obwohl Sie einem nicht im gleichen Maße als japanischer Kult im Bewusstsein verankert sind, stehen die Monchhichis damit SANRIOS HELLO KITTY an Popularität in nichts nach. Gleichzeitig ist gerade das Zeitlose die große Stärke der Figuren, die es geschafft haben, jenseits aller vergänglichen Trends auf allen Kontinenten, in allen Kulturen und für mehrere Generationen ein selbstverständlicher und vertrauter Teil unseres Alltags zu werden.
 
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